Lightroom nach Update auf die aktuelle Version CC gefühlt langsamer?

Während der Arbeit mit der aktuellen Version von Adobe Lightroom stellte ich fest, dass entgegen der von Adobe beschriebenen Leistungsverbesserung durch Nutzung des integrierten Grafikprozessors keine signifikante Verbesserung auf meinem System zu verzeichnen ist. Teilweise wurden einzelne Aufgaben sogar gefühlt langsamer dargestellt. Beispielsweise beim Generieren der Vollbildansicht (Shortcut „F“), sowie bei der Tonwertmanipulation im Panel „Grundeinstellungen“ (Modul „Entwickeln“). Andererseits wurden Bereichsreparaturen, wie z.B. das Entfernen von Sensorflecken, spürbar flüssiger dargestellt.

Bei der Installation der aktuellen Version wird standardmäßig die Mitbenutzung des Grafikprozessors (sofern unterstützt) durch Lightroom aktiviert. Nachdem ich diese Option rückgängig gemacht habe, läuft Lightroom so schnell und stabil auf meinem System (MacBook Pro Retina 13“, Late 2012) wie unter der Vorgängerversion.

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Jeder, der ähnliche Leistungseinbußen auf seinem Rechner feststellt, sollte einmal probieren, ob das Deaktivieren der Verwendung des Grafikprozessors Abhilfe schafft.

Hier kann Adobe in künftigen Updates sicherlich noch nachbessern.

Happy shooting!

Entwickeln eines eigenen Stils als Fotograf

Jeder Fotograf hat es schon mal gehört. Jeder sollte seinen eigenen Stil entwickeln. Nicht zuletzt auch damit man sagen kann: Schau her, dies ist ein Bild von diesem oder jenem. Wenn man sich Fotos von Daido Moriyama ansieht, erkennt man dessen eigenen und persönlichen Stil, Bilder zu gestalten. Das gleiche gilt für viele andere bekannte Fotografen, die natürlich auch durch ihre Art und Weise Fotos zu machen, bekannt und dafür berühmt geworden sind.

So weit, so gut.

Dieser Ansatz ist grundsätzlich nicht falsch. Ich teile ihn dennoch nicht zu 100 Prozent. Damit stelle ich nicht die außergewöhnliche Kunst großartiger Fotografen in Frage. Diese ist ohne wenn und aber erstklassig. Joel Meyerowitz und Robert Frank zum Beispiel. Natürlich Henri Cartier-Bresson.

Den eigenen Stil zu suchen und letztlich auch zu finden ist schwierig. Der Prozess, sich selbst zu entwickeln und zu erkennen, dass man Interesse an bestimmten Kategorien hat und an anderen nicht, ist nur durch Arbeit mit und an sich selbst möglich. Man setzt diesen in dem Moment in Gang, sobald man sich zum ersten Mal mit der Fotografie beschäftigt. Das muss noch nicht mal mit dem Vorsatz verbunden sein, regelmäßig Fotos zu schiessen. Aber jeder, der auch „nur“ sein Smartphone zum Fotografieren nutzt, hat diesen Prozess irgendwann in Gang gesetzt.

Bilder sind in unserer Zeit und in unserem Leben allgegenwärtig. Einige findet man gut, andere nicht. Die einen schaut man sich länger und lieber an, andere wiederum seltener. Was mir gefällt muss nicht zwangsläufig auch anderen gefallen. Das ist individuell verschieden, weil jeder einen anderen Geschmack hat. Es beginnt mit dem Sehen, der Wahrnehmung. Die Art und Weise wie wir unsere Umgebung sehen und wahrnehmen beeinflusst auch, wie wir letztendlich unsere eigenen Fotos und Bilder gestalten. Damit ist unser persönlicher Stil bereits grundsätzlich festgelegt. Es geht meiner Meinung nach nun nur noch darum dieses auch in seinen Bildern zum Ausdruck zu bringen. Diese Umsetzung des eigenen Sehens in seine Bilder ist damit aber nicht auf nur „einen“ Stil begrenzt. Stil ist nicht die Kategorie in die andere unsere Fotografie einordnen, wie Landschafts- oder Portraitfotografie, sondern die Gestaltung des Bildes an sich. Durch Ausnutzen von natürlichen Gegebenheiten und Licht. Durch Bearbeitung des Bildes in Farbe oder in Schwarz/Weiß. Man kann einen Stil sogar über Kategorien hinweg anwenden. Jemand der ausschließlich Straßenfotografie betreibt hat dadurch noch keinen eigenen Stil entwickelt.

Dazu kommt, dass man im Laufe der Jahre seine Vorlieben und auch seinen Stil wahrscheinlich ändern wird. Ich weiß nicht, wie meine Fotos in 10 Jahren aussehen werden, welche Motive ich fotografieren werde oder möchte. Ich weiß nicht, ob ich irgendwann Gefallen an Portraits finden werde, oder an Makrofotografie. Aber auch das ist ein Teil des Prozesses, seinen eigenen Stil zu finden und zu entwickeln.

Harry Callahan, ein amerikanischer Fotograf (nicht der „Dirty Harry“ Filmcharakter von Clint Eastwood!!) hat vor mehr als 30 Jahren gesagt: „Once you get a style, you´re sort of dead!“. Frei übersetzt heißt das so viel wie, dass man so gut wie gestorben ist, sobald man einen Stil für sich gefunden hat. Diese Behauptung finde ich richtig gut! Einen Stil zu haben oder zu entwickeln und diesen für den Rest seines Fotografenlebens beizubehalten ist einseitig und höchst unflexibel, weil man damit aus meiner Sicht aufgibt, sich selbst weiter zu entwickeln. Fotografischer Stillstand! Kreativitätstod!

Ich möchte mich weiterentwickeln. Es gibt so viel zu lernen im Bereich der Fotografie und ich bin mir absolut sicher, erst einen kleinen Bruchteil dessen gesehen zu haben, was noch auf mich wartet, entdeckt zu werden. Deshalb ist es auch nicht schlimm, keinen eigenen Stil zu haben, denn das bewertet immer noch jeder für sich selbst und nicht andere! Solange ich meine eigenen Bilder gut finde ist alles in Ordnung. Niemand wird mir sagen können, keinen eigenen Stil zu besitzen. Ich werde einen vielleicht sogar niemals endenden Prozess durchlaufen, Bilder zu gestalten. Vielleicht ohne für andere sichtbaren eigenen Stil, aber immer mit Bildern, die mir gefallen.

Happy shooting!

Was ist Fotografie?

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Was ist Fotografie?

Ohne auf die technischen Eigenheiten eingehen zu wollen, sollte der Titel des Beitrags vielleicht eher lauten: Was ist Fotografie (für mich)? Insofern ist dies ein sehr persönlicher Beitrag!

Fast ausnahmslos jede Person hat heutzutage ein Instrument bei sich, um ein Foto anzufertigen! Das Smartphone! In der Regel hat es eine eingebaute Kamera, mit der jeder in der Lage ist, ein Foto zu schiessen. Das ist genau der Punkt, und genau dafür sind diese Kameras auch gedacht. Ein Foto zu schiessen. Ein Bild zu machen. Einen Augenblick spontan festzuhalten, um diesen mit Freunden oder der Familie zu teilen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Vor 20 Jahren musste erst darauf gewartet werden, dass der (analoge) Film entwickelt wurde um Abzüge zu bestellen, die dann erst an Familie und Freunde verschickt oder anlässlich einer abendlichen Diaschau stolz präsentiert werden konnten! Im Vergleich zu diesen noch nicht allzu lang vergangenen Zeiten ist heute alles so viel einfacher, oder?

Ja, und nein!

Ja, weil es keine große Kunst mehr ist, eine Fotografie zu erzeugen. Jeder kann das, und das ist auch gut so! Die heutige Technik ermöglicht jedem, die entsprechende Kamera-App zu starten, das Smartphone auf das Objekt zu richten und durch einen Fingertipp abzubilden. Der Prozess des Fotografierens ist durch Technik höchst vereinfacht und anwendbar geworden. Noch ein paar kreative Filter draufgelegt und jeder ist sein eigener Ansel Adams oder Bruce Gilden. Auch das ist gut und trägt zum persönlichen Wohlbefinden durchaus bei. Besser noch; es versetzt jeden Einzelnen in die Lage mehr oder weniger gute Fotos zu erzeugen. Im Zeitalter der Vernetzung und Digitalisierung wird es uns durch den zur Verfügung stehenden Stand der Technik sehr leicht gemacht uns auszudrücken. Persönlich, aber auch künstlerisch!

Nein, weil digitaler Speicher nahezu unbegrenzt vorhanden ist und es damit großteils nicht mehr wichtig ist, ob das zu fotografierende Objekt es nun wirklich wert war, fotografiert zu werden, oder ob das Bild an sich stimmig ist, oder über- oder unterbelichtet. Welches Motiv ist wert fotografiert zu werden? Jedes! Aus den Augen des Fotografen! Ist es ein gutes Foto? Kommt wiederum auf die Augen des Fotografen an. Ich habe ausreichend Katzen- und Food-Fotos gesehen. Auf eines mehr oder weniger kommt es da nicht mehr an. Und genau das ist der Punkt. Eine gewisse Übersättigung setzt ein (nicht nur bei iPhone Food-Fotos …)! Das Problem, wenn man es denn überhaupt als ein solches bezeichnen darf, ist, dass Fotos und Bilder allgegenwärtig sind und jeder sie anfertigen kann und soll! Ganze Industrien setzen auf das individuelle Fotografieren! Instagram verdient damit sogar Geld, hoffentlich!

Worauf will ich hinaus?

Es gibt Unterschiede zwischen einem einfachen Foto auf der Speicherkarte und einer Fotografie, die man sich gegebenenfalls auch an die Wand hängen möchte!

Es wird immer Schnappschüsse geben, die Familie und Freunde auf Facebook erfreuen, weil sie damit Einblick in das Leben des Fotografen ermöglichen. Das ist mehr oder weniger interessant und gibt einem die Möglichkeit, am Leben eines Anderen teilhaben zu können. Spontan und ungezwungen. Das macht sogar Spaß! Aber es ist genau das was es ist! Ein Schnappschuss! Ein einfaches Foto!

Und dann gibt es Fotografien, welche nicht spontan entstanden sind, sondern vom Fotografen geplant wurden. Ort und Zeitpunkt der Aufnahme, Stativ oder nicht, Blendenvorwahl oder ganz manuell, Langzeitbelichtungen oder Brackets, natürliches Licht oder Studiobeleuchtung!

Welches Bild oder Foto ist als Resultat besser? Keines!

Es kommt immer auf den Zweck an! Oder auf den Fotografen! Alles ist relativ!

Wichtig ist, was bleibt! Das Festhalten eines Augenblicks oder einer Situation, einer Landschaft oder einer Person!

Hier gewinnt immer das Ergebnis! Im Zweifel nicht der Gedankenprozess hinter einer ausgefeilten Komposition, sondern der Moment und die Wirkung auf den Fotografen und den Betrachter.

Fotografie ist Leben! Das Festhalten von Zeit und Leben auf zweidimensionaler Ebene! Das Ergebnis ist Erinnerung, Mahnung, Sehnsucht, Schönheit oder einfach Dokumentation! Jeder kann das heute! Das ist gut! Machen wir es doch einfach! Und lassen wir uns nicht auf eine Diskussion über vermeintlich gute oder weniger gute Bilder ein. Jedes Foto hat seinen Zweck! Zumindest aus der Sicht desjenigen, der es geschaffen hat.

Happy shooting!